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24.10.2007 Die Welt ist ja so klein ...

Heute gibt es nicht allzu viel aus dem Unterricht zu berichten. Obwohl … hab heute mit einer meiner Lehrerinnen über Liebe etc. gesprochen. Anlass dafür war, dass ich in den letzten Tagen ein wenig vom Wirtschafts-Chinesisch abgewichen bin (war mehr die Initiative meiner Lehrer, aber ich hab es dankbar angenommen) und mehr über chinesische Schlager gelernt habe. Selbstredend haben die viel mit Liebe zu tun. Überhaupt scheint mir dieses Volk, was ja so gar nicht nach außen zeigt, was es fühlt, einen unglaublichen Hang zum Drama hat. Die Seifenopern, die sich meine Vermieter abends angucken, sind unglaublich. Da sind “GZSZ” und “Verliebt in Berlin” echt ´n Scheißdreck gegen. Muss mal so deutlich gesagt werden. Okay, also ich musste über eine Liebeserfahrung meinerseits berichten. Flugs überlegt, klar, musste ja mit meinem Mann zu tun haben, ein paar Details weggelassen (besser so für meinen Ruf in China &hellip und das eine oder andere beschönigt. Jetzt hatte ich aber auch die Gelegenheit mal nachzuhaken, wie es sich denn hier so in China mit der Liebe verhält. Vor allen Dingen hat mich interessiert, ob die jungen Leute denn auch zusammen wohnen können, obwohl sie nicht verheiratet sind. Im Bus hatte ich nämlich grad gestern erst ein furchtbar knutschendes Paar beobachten können und die waren so jung, dass ich mir nicht vorstellen konnte, dass sie schon verheiratet sind. Die Antwort war allerdings “Nein, man wohnt nicht zusammen bevor man nicht verheiratet ist.” Warum? Hat mit dem Gesetz wohl eher nichts zu tun, sondern ein junges Mädchen spart sich halt auf für ihren Zukünftigen, will heißen, wenn man zusammenwohnt ist ja wohl höchstwahrscheinlich schon mal zum ersten Mal gekommen. Na ja, und wenn man sich dann womöglich wieder trennt und der nächste entdeckt, dass Frau keine Jungfrau mehr ist …. Was dann? Scheint also hier noch sehr traditionell gehandhabt zu werden. Trotz aller modernen Aspekte in Shanghai. Eheverträge gibt es aber inzwischen hier auch schon.

In der Mittagspause musste ich dann ausnahmsweise draußen essen, weil ich vergessen hatte, das von der Ayi zubereitete Mittagessen mitzunehmen. Da Lina heute ihren freien Tag hatte, hat sie es ja nicht mitnehmen können und als ich aus dem Haus ging schlief sie noch, so dass sie mich nicht erinnern konnte.

Meine Lehrerin war so nett mir ein absolut berühmtes Shanghaier Lokal zu zeigen, dass direkt in der Nachbarstraße der Schule ist. Der Name übersetzt lautet ungefähr so: “Mamas Nudelbude” (Aniang Mianguan). Vor dieser Nudelbude stehen die Leute wirklich Schlange, und das auf der einen Seite der Straße. Ich habe heute ca. 20 Minuten gewartet und war mächtig nervös, weil ich wieder nicht ein einziges Gericht auf der Speisekarte übersetzen konnte. Hatte mich innerlich zu Nr. 9 durchgerungen, was auch immer das war. Während ich so friedlich vor mich hindämmerte und eigentlich ganz froh war, mal nicht chinesisch sprechen zu müssen, sprach mich der Chinese vor mir an. Von wo ich denn käme? Aus Deutschland! Und von wo da? Kennst du nicht, sehr kleine Stadt. Düsseldorf? Hä, kennst du Düsseldorf? Klar, hab dort studiert und in Neuss gewohnt. Oh, dann kennst du vielleicht auch Wesel. Klar, da war ich auch schon und in Xanten. Nun, man kam ins Gespräch und die Wartezeit wurde mir etwas lang, weil ich mir nicht klar war, welche Richtung dieses Gespräch annehmen würde. Fazit war, dass ich meine Nudeln nicht bezahlen brauchte (umgerechnet übrigens 1 Euro) und mit ihm und seinen Arbeitskolleginnen zusammen gegessen habe. Lange Zeit haben wir allerdings dann auf der anderen Straßenseite auf die bereits bezahlten Nudeln gewartet (ich hatte übrigens Duftfleisch mit einigen anderen Zutaten und ein bisschen Grünzeug und einem ganzen Ei). Kein Scherz, ich habe insgesamt für dieses absolut einfache Essen eine Stunde gebraucht, davon waren glaube ich ca. 5 Minuten die eigentliche Esszeit. Die ganze Zeit wurde mir von Liu Hui erklärt, wie toll er doch Deutschland findet und so weiter und so fort. Flugs hatte ich seine Visitenkarte überreicht bekommen (hatte nicht damit gerechnet, dass ich beim schnöden Nudelessen eine brauchen würde, sonst hätte ich meine auch überreicht), mit der Bitte ihm doch eine E-Mail zu schreiben, er würde mich gern zum Essen einladen und mir ein wenig die Stadt zeigen, bei Bedarf helfen usw. Ich weiß nicht recht, was ich davon halten soll. Chinesen sind wirklich so nett und hilfsbereit und es könnte tatsächlich ein absolut harmloses Angebot sein. Bei uns würde ich wohl erst mal nicht drauf eingehen. Andererseits arbeitet er in irgendeinem Marketing Department und ich wollte ja auch ein paar Kontakte schlagen. Werde mal ne Nacht drüber schlafen.

In Bezug auf Hilfsbereitschaft sind die Chinesen wirklich klasse. Egal, wen ich nach Bus oder Weg frage, selbst die, die mich kaum verstehen, oder die ich nicht verstehe, geben ihr Bestes. Als ich heute im Bus zum Yuyuan gefahren bin und nicht mehr sicher war, wann ich aussteigen müsste, habe ich eine Chinesin gefragt und die hat mich quasi an die Hand genommen (zugegeben, sie hatte den gleichen Weg) und mit zum Umsteigen geschleppt, so dass ich quasi direkt vorm Loch aussteigen konnte. Supernett hat sie noch mit mir geredet, über mein Chinesisch gestaunt und mich ein wenig beschämt, weil ich selbst weiß, wie mangelhaft es ist.

Im Yuyuan angekommen habe ich dann die meisten Punkte auf meiner Einkaufsliste abhaken können und war ganz stolz auf mich. Hab schließlich Ketten um zwei Drittel runtergehandelt. Hao lihai!!!! Eine Tasche , die der Laoban von sich aus auf 300 Kuai runtergesetzt hatte, ohne dass ich handeln musste (ausgepreist war sie für 600), habe ich noch auf 120 drücken können. Hao lihai!!! Okay, ich war nicht immer so erfolgreich, aber trotzdem zufrieden.

Danach bin ich noch zum Waitan gefahren, weil ich den einfach mal ablaufen wollte. Tatsächlich gabs da einige knutschende Pärchen, aber sonderlich romantisch fand ich es trotzdem nicht. Schöhn war es dennoch, einfach mal ein bisschen nur so rumzuschlendern. Den Rückweg hab ich dann per Taxi angetreten und spontan beschlossen, dass heute der richtige Tag zum Qipao bestellen ist (das traditionelle chinesische Frauengewand). Bin also quasi mit dem Taxi bis zu meiner neuen “Freundin” Xiao Cheng gefahren (eine Kreuzung früher ausgestiegen, macht sich nicht so gut, wenn man am Preis drehen will, oder?) und hab in ihrem Stübchen Qipao-Magazine gewälzt. Nachdem wir uns dann einig über den Stil waren, musste ich nur noch aus mehr als hundert Stoffen auswählen. Xiao Cheng hat sich ein bisschen beklagt, weil ich aus den hunderten immer noch nicht recht den gefunden hatte, den ich wollte. Letztlich sind wir uns aber über den Stoff ziemlich klar geworden, den sie allerdings bei sich zuhause hat. Bringt sie dann morgen mit und wir gucken noch mal. Beim Preisverhandeln waren wir dann - jedenfalls meiner Meinung nach - nicht mehr ganz so gute Freunde. So wie es aussieht zahle ich immer noch einen Laowai-Preis, ist mir aber nicht ganz so wichtig. Alles in allem könnte ich vielleicht noch 8-10 Euro rausholen, finde aber, dass es ein besseres Gefühl ist, mein Geld dort bei ihr zu lassen, als es in den Dongjiadu zu schleppen, wo jeder Ausländer hinrennt. Xiao Cheng behauptet, es sei echte Seide, die ich da bekomme. Na, schaun wir mal …

Ein schöner Tag war´s heute.

Das Wetter hier ist übrigens sehr frühlingshaft. Angenehm warm, nachts frisch und bisher  nur selten Wolken. Angeblich sollte es heute abend regnen. Hab ich aber nichts von gemerkt. Die Wettervorhersage scheint hier nicht allzu zuverlässig zu sein. Ist mir auch vorher schon aufgefallen.

Morgen will ich eventuell zum Friseur gehen. Allerdings haben meine Vermieter mich gewarnt, es könnte ein schockierendes Ergebnis geben. Ich hab beschlossen, morgen nach Gefühl zu entscheiden,
25.10.07 06:51


23.10.2007 Brillenschlange

Hab heute meine Brille abgeholt und find sie furchtbar, da gibt es absolut nichts zu beschönigen. Das Weitgucken funktioniert prima, als Lesebrille hatte ich mir mehr von ihr versprochen, aber es ist genau so, wie der deutsche Augenarzt es ausgemessen hat. So gesehen also alles richtig gemacht. Das Problem ist die Form der Brillengläser. Irgendwie sehe ich damit aus wie ne alte Oma. Muss also noch irgendwie geändert werden. Da verwendet man unendlich viel Zeit und Mühen darauf, dass sich die Falten in Grenzen halten und dann setzt man so eine Brille auf. Geht nicht. Werde wohl mit dem Optiker noch mal in Verhandlungen treten müssen, und versuchen etwas zu retten.

Während ich auf die Brille gewartet habe, habe ich mich noch ein wenig in der Nähe des Bahnhofs umgesehen. Und auch hier gibt es sie noch, die guten alten Garküchen, in denen die Sachen aus- bzw. aufgestellt werden, die vorhanden sind und aus denen man sich dann eine Mahlzeit zubereiten lassen kann. Allerdings war ich doch recht froh, dass ich nicht hungrig war, denn obwohl ich nicht sonderlich empfindlich bin, hätte ich dort wohl eher nicht gegessen.. Interessant war auch der eine oder andere Laden. In einem konnte man nur Kühlschränke kaufen und jeder sah irgendwie anders und älter aus, obwohl es keine Second-Hand-Sachen waren. Aufgestellt in einem vielleicht 2,20m breiten und 4-5m langen Schlauch. Wobei aufgestapelt wohl eher passt. Der “laoban”, also der Boss, saß vor der nicht vorhandenen Tür im Freien auf einem Holzstuhl und kaute mit seinen nicht vorhandenen Zähnen auf irgendetwas herum. Seltsamer Anblick.

So, nun zu ein paar Kleinigkeiten. Viele sind mir heute nicht mehr aufgefallen, aber ein paar sind es wert, erwähnt zu werden. Da wäre z.B. der alte Mann im Park, durch den ich jeden Morgen zum Bus laufe. Er nimmt es mit dem Sport im Alter sehr ernst. Egal, ob ich um fünf vor neuen oder viertel nach neun oder auch in der Zwischenzeit vorbeikomme, immer liegt eine seiner Hacken auf einer kniehohen Mauer und er guckt gelangweilt in der Gegend herum. Noch nie hab ich gesehen, dass er das Bein wechselt, bin mir aber auch nicht sicher, ob es immer das gleiche Bein ist. Die einzige Veränderung heute war, dass er währenddessen seine Fingernägel mit einem Knipser geschnitten hat. Wer weiß, wäre ich etwas später gekommen, wären vielleicht die Fußnägel dran gewesen …

Und dann gibt es noch eine ganz besondere Eigenart der Shanghaier. Lina hat mir eindrücklich erklärt, dass das ganz bestimmt nicht im ganzen China, sondern nur hier in Shanghai so ist. Es scheint völlig normal zu sein, im Schlafanzug über die Straße zu gehen, seine Einkäufe zu machen oder einfach nur herumzuschlendern. Lina musste selbst total lachen, als sie mir davon erzählte, weil sie selbst es auch mit großen Augen festgestellt hat, als sie mit ihrem Mann aus Japan hierher zog. Sie wusste auch davon zu berichten, dass manche mit ihren Stöckelschuhen und Schlafanzug spazieren gehen oder einige über den Schlafanzug ihre Arbeitskleidung ziehen und dann in Pantoffeln arbeiten. Wem es gefällt ….


25.10.07 06:50


22.10.2007

Neuer Tag, neues Glück. Wer hätte das gedacht, dass ich mal froh bin, wenn ich “nur” Unterricht habe. Hab heute wieder verschiedene Lehrerinnen gehabt und die beiden haben sich erst mal mein erfülltes Wochenendleben anhören wollen und müssen. Beide haben gelacht und schnell begriffen, dass ich zwar schön finde, dass Shuping so sehr kümmert, dass es mir aber auch ein bisschen zu viel wird. Yaolan hat flugs eine Strategie entwickelt. Sie hat vorgeschlagen, dass ich am Samstag doch unbedingt noch an einem bestimmten Unterricht teilnehmen soll. Hört sich wirklich super an. Geht um einen Jackie Chan-Film, über den danach dann noch diskutiert und geredet wird. Selbstredend können da nur solche Studenten teilnehmen, deren Chinesisch verhältnismäßig gut ist … (grins, ich seh das nicht so, aber tut doch irgendwie gut). Ich würde das wirklich gern tun und es geht nicht nur darum, mich ein bisschen zu drücken. Wir wollen mal sehen, ob das nicht noch irgendwie zu arrangieren ist.

Ab morgen verändert sich mein Stundenplan. Ich werde Montags, Mittwochs und Freitags weiterhin so Unterricht haben wie bisher, aber Dienstag und Donnerstag zwar morgens von 10-12 Uhr Unterricht haben, am Nachmittag aber erst wieder um 5 Uhr beginnen und bis 7 Uhr machen. Allerdings müssen dann noch 6 Stunden irgendwie untergebracht werden, weil die sozusagen Überschuss sind, weil ich nicht ganz 3 Wochen hier bin (der Freitag als Abreisetag ist ein Grund). Auf diese Weise hoffe ich, zwischendurch auch mal was unternehmen zu können und abends mehr Gelegenheit zum Wiederholen zu haben. Irgendwie finde ich es schwierig, alles unter einen Hut zu kriegen. Ich möchte nicht nur in Einkaufszentren oder im HanYuan rumhängen, sondern auch mal ein bisschen auf eigene Faust das eine oder andere entdecken.


Und ich glaub jetzt fang ich gleich mal damit an ….

Einige Stunden später … Hab zwar nicht das erreicht, was ich wollte, das Ergebnis war aber trotzdem nicht schlecht. Offensichtlich hat ne Flasche Bier doch nen recht guten Einfluss auf meine Instinkte …

Ursprünglich war ich losgezogen, um den Fakemarket mal in Augenschein zu nehmen. Hab ihn aber leider nicht gefunden. Entweder ich hab mich einfach nur zu blöd angestellt oder er ist umgezogen, was regelmäßig der Fall sein soll. Immerhin hatte ich dadurch ein U-Bahn-Erfahrung mehr. Bisher war ich sehr zufrieden mit den öffentlichen Transportmitteln hier. Alles sehr angenehm. Eine aufladbare Karte gekauft, 100 Renminbi draufgeladen und schon konnte es losgehen. Egal, welches Transportmittel: ob Bus, ob Metro, ob Schiff, sogar einige Taxis akzeptieren diese Karte. Nachdem ich inzwischen zwei bis drei Buslinien kenne und die auch regelmäßig nutze, weiß ich, dass es zwar mal ein wenig voll werden kann. Aber was ich heute in der U-Bahn erlebt habe, wäre bei uns nicht vorstellbar. Üblicherweise lässt man ja erst mal die Leute aussteigen. Hat ne gewissen Logik, ist so doch mehr Platz in U-Bahn-Wagen. Nicht so in Shanghai! Es steht zwar sogar auf den Boden geschrieben, dass man erst rauslassen und dann einsteigen soll, aber da zur Rush-Hour die U-Bahnen zum Bersten voll sind, kümmert sich keiner darum. Jeder will irgendwie den vielleicht noch einzigen Platz erkämpfen und drängt in den Waggon, sobald die Tür auf ist. Daher ist es ratsam, sich in die Nähe der Türen zu platzieren, was aber auch Tausend andere wollen. Irgendwie ein kompliziertes Unterfangen, das aber letztlich doch irgendwie hinhaut. Festhalten braucht man sich wirklich nicht, wozu auch? Umfallen kann da niemand mehr.

Bin jedenfalls heil rein und auch wieder reingekommen, werde aber in Zukunft vermeiden, zu dieser Zeit U-Bahn zu fahren. Ansonsten ist es aber recht angenehm, man muss nur hin und wieder bei der Zeitplanung berücksichtigen, dass der Wechsel von der einen zur anderen U-Bahn-Linie leicht schon mal einen Fußweg von 5-10 Minuten benötigt.

Danach bin ich wieder ins HanYuan und hab noch mal kurz meine E-Mails gecheckt, weil es dort mit meinem Notebook viel schneller übers W-Lan-Netz  geht. War aber nicht viel Neues. Bin dann nach Hause gefahren, ohne etwas gegessen zu haben, weil ich mich vorher nicht so recht in eines der Restaurants getraut habe. Richtige Restaurants sind mir zu fein und ich finde es nicht schön, dort alleine zu essen und die kleinen, die ich gesehen habe, wirkten nicht wirklich einladend. Egal, dachte ich, werden heut abend nur ein paar Kleinigkeiten genascht. Auch gut. Als ich aber dann aus dem Bus stieg (diesmal tatsächlich die richtige Haltestelle ;-)) und durch die kleinen Gassen in der Nähe unseres Appartements lief, hab ich in einen Kellereingang geguckt und ganz nette Holzbänke und -tische gesehen, die ausnahmsweise mal sauber aussahen. Also rein und auf die Speisekarte geguckt. Leider hab ich rein gar nichs erkannt, auf mein Nachfragen hin, ob es wohl auch was mit Gemüse gäbe, kriegte ich nur die Antwort, dass es sich um “…” handelt (hab ich nicht behalten) und ich hab gesagt, sie sollen mir doch einfach was mit Hühnchen bringen. Tja, nun gab es aber viele verschiedene Hühnchenmöglichkeiten. Verdammt aber auch. Glücklicherweise gibt es ja noch die “Ich zeig einfach mit dem Finger drauf” (war nötig, weil mein so genanntes Hochchinesisch mit ihrer Shanghai-Sprache absolut nicht kompatibel war). Jetzt kamen wir ins diskutieren … Wieviel denn wovon ? Schwierig zu sagen, wenn man nicht weiß, um was es sich handelt. Ich hab dann mal hiervon zwei, davon drei, von jenem nur eins usw. bestellt, bis die Xiaojie (das Fräulein) meinte, das würd wohl reichen für eine Person. Jetzt gings ums Getränk. Und da gab es plötzlich gar keine Schwierigkeiten: e:ntweder Bier hört sich in beiden Sprachen genauso an oder man hat es mir an der Nase angesehen. Und wieder die Frage: Wieviel denn? War aber eher ein Scherz. Waren nämlich große Flaschen und ich glaub nicht, dass sie mich wirklich für so versoffen hielten (ja, ja, ich weiß, wird mancher von euch anders sehen &hellip Was ich dann bekam, war ein äußerst leckres Bier und lauter Grillspieße, scharfe Hühnchenflügel, Schweinefleisch am Spieß, Kartoffelchips-Spieße und Pilze am Spieß. War superlecker, aber sicher furchtbar ungesund. Wurscht, mit dem Bier runtergespült, ging es mir richtig gut und nachdem ich bezahlt hatte und raus bin, hab ich mein Zuhause auch ohne weiteres gefunden. Vielleicht sollte jeder Pfadfinder (natürlich nur die über 18) ein Bier im Gepäck haben …

Ach, es gibt noch so viele Kleinigkeiten zu berichten, aber ein großer Teil davon ist am Abend schon wieder vergessen. Werde ich mir jetzt mal unterwegs notieren, vielleicht klappt es dann ja.
 

22.10.07 10:02


21.10.2007 Shopping-Meister

Glücklicherweise hat es mit dem Taxi super geklappt. Ich war kaum zur Tür raus, schon hatte ich eines. Habe dann auch Linas Ratschlag befolgt und bin erst mal zum HanYuan gefahren, um in Ruhe ein bis zwei Kaffees zu trinken. Als ich bei der zweiten Tasse war, rief mich auch schon Shuping an. Wieder ein wenig zu früh und wollte wissen, wo ich denn nun bin. Sie war dann so nett und ist zum HanYuan gekommen, obwohl wir an der U-Bahn-Station verabredet waren. Jetzt habe ich ein leicht schlechtes Gewissen, weil ich Shuping zum HanYuan habe kommen lassen. Waren 5 Minuten Fußweg für sie. Auf der anderen Seite konnten wir uns dort in Ruhe über das einigen, was wir tun wollten und von da aus zur Bushaltestelle gehen. War gar nicht sooo schlecht und außerdem konnte ich meinen Kaffee zu Ende trinken ;-) .

Wir sind dann mit dem Bus zum YuYuan gefahren, ein berühmter Vorzeige-Park Shanghais, der nach altem Muster aufgebaut wurde. Zunächst war ich sehr enttäuscht, weil ich nur Geschäfte und Souvenirshops gesehen habe. Hab mich dann in mein Schicksal gefügt und brav alles angeguckt. Aber - wie konnte es anders sein - beim Gucken ist es nicht geblieben. Für unsere Sofakissen gibt es jetzt neue Hüllen und neue Tischsets habe ich auch. Danach haben wir noch etwas für meine Kinder besorgt und Shuping hat bewiesen, dass sie tatsächlich Meister im Handeln ist. Kann ich mir echt ne Scheibe von abschneiden. Und dann, siehe da, gab es tatsächlich einen echten Park zu besichtigen, in dem auch echte alte Häuser standen (allerdings waren die von irgendwo abgebaut und dort wieder aufgebaut worden).  In diesem Park spazieren zu gehen war wirklich schön. So wie eine chinesische Gartenanlage sein sollte: lauter kleine Abschnitte und Höfe, die durch verschiedene Zugänge wie runde Türen in Mauern oder Felsdurchgänge hatten, die jedes Mal einen anderen Blick, eine andere Landschaft eröffneten, wenn man durchging. Leider waren hier nur wie überall erstens zu viele Menschen und zweitens zu viele Ausländer. Hab es trotzdem genossen und war angenehm überrascht, dass ich diesmal viel mehr von dem verstanden habe, was Shuping mir erklärt hat. Muss wohl an meinem hartnäckigen Nachfragen gelegen haben, dass ihr Chinesisch etwas mehr dem Mandarin entsprach.

Anschließend sind wir in den Yifu-Tempel, nee, kein echter Tempel, aber es gab dort 6 Etagen, in denen nur Kleidung, Taschen und Uhren verkauft werden. Nach mehr als 3 Stunden war ich kurz vorm Shopping-Kollaps (und ihr wisst, dass dauert bei mir ganz schön lange, bis ich an diesem Punkt angekommen bin). Und wieder hat Shuping bewiesen, dass sie ein “taojiahuanjiadegongshi” ist. Unglaublich wie sie verhandeln kann. Gerettet hat mich dann meine liebe Familie mit einem Anruf, hat mich damit ein wenig von meinem Selbstmitleid abgelenkt. Hab allerdings dadurch auch schon wieder einen neuen Shopping-Auftrag: Tigerbalsam ist gefragt.

Das Highlight war ganz sicher unser Besuch des Dongfangminzhuta. Das ist der Oriental Pearl Tower, das Wahrzeichen von Shanghai. Den hat bestimmt schon jeder irgendwie mal auf einem Foto gesehen. Supercool. Ich werde gleich versuchen ein paar Fotos auf über mein gmx-Konto zu veröffentlichen und denjenigen, die es haben wollen dazu eine E-Mail mit Zugangskennwort schicken. Müsst euch nur bei mir melden.

Also der Oriental Pearl Tower ist ca. 350m hoch und sieht am besten bei Nacht aus. Deswegen sind wir auch erst bei Dunkelheit dorthin gegangen. Shuping hat wieder die VIP-Variante gewählt und wir brauchten nicht mit der Menschenmenge in den Aufzug steigen, sondern waren lediglich mit 10-15 Leuten in einem anderen Aufzug. Der Tower hat zwei Kugeln. In beide kann man rein und nach unten gucken. Die obere ist etwas kleiner und dort gibt es ein Restaurant, das sich dreht. Dort haben wir gegessen und Shanghai bei Nacht genossen. Wirklich ein unglaublicher Anblick (auch wenn es vom Jinmao-Tower bestimmt genauso schön wäre, weiß ich ja! Musste aber das offizielle Programm ableisten &hellip! All die Hochhäuser äußerst effektvoll und farbenfroh beleuchtet. Mag alles Geschmackssache sein, aber ich fand es sehr beeindruckend. Das Essen war superlecker. Es gab ein Buffet, an dem wirklich jeder etwas finden konnte. Egal ob chinesisches oder westliches Essen. Neben uns saßen drei Lateinamerikaner, die auf äußerst angenehme Art, das chinesische Weltbild ein wenig durcheinander brachten. Mit ihrer lauten und spontanen Art haben sie mir ehrlich gesagt recht gut getan. Da bei dreien immer einer übrig ist, hat dieser “übrig gebliebene” Mann heftigste angefangen mit mir zu flirten. Auf äußerst lustige und unverbindliche, aber auch laute Art. Shuping war es möglicherweise etwas unangenehm. War aber ganz okay, als ich ihr erklärt habe, dass diese Latinos eher ein bisschen lebhafter sind, war es auch okay. Als ich dann allerdings Namen, Telefonnummer und die Zeit aufschreiben sollte, wann ich denn wohl am nächsten Morgen Brötchen holen gehe, hab ich dann doch äußerst höflich, aber deutlich re(a)giert. War aber wirklich alles äußerst ungefährlich und unterhaltsam.

Als Shuping dann erklärte, sie würde erst gegen 22.00 Uhr nach Haus fahren und hätte jetzt noch einige Zeit, um sich zu “amüsieren”, habe ich eine “Wanr”-Verweigerung ausgesprochen, ich konnte einfach nicht mehr. Zu voll und zu kaputt. Also sind wir noch ein bisschen geblieben, die Nachbarn haben gewechselt, und wir hatten plötzlich Beijing-Leute neben uns sitzen. Eine wahre Wohltat für mein Hörverständnis. Die beiden haben äußerst deutliches Chinesisch gesprochen und ich war dankbar dafür
Lateinamerikaner. Die beiden haben dann auch mit meinem Handy ein Foto von Shuping und mir oben im Tower gemacht und waren wahnsinnig beeindruckt von der Kamera des Handys. Und sofort war wieder die Qualität der deutschen Produkte Thema … bis sie dann festgestellt haben, dass es ein Sony Ericsson ist ….
Superessen

Danach sind wir dann mit der U-Bahn Richtung Bahnhof gefahren und haben uns etwas überhastet verabschiedet, weil wir nach dem Umsteigen in unterschiedliche Richtungen mussten. Ich war derart kaputt, dass ich beschlossen habe, nach Hause ein Taxi zu nehmen. Als ich dann aber aus der U-Bahn-Station rauskam, stand der Bus, mit dem ich nach Hause fahren kann, direkt vor meiner Nase. Überglücklich bin ich mit meinen Tausenden von Taschen eingestiegen und hab so vor mich hingedämmert bis ich den Namen meiner Haltestelle hörte. Schnell alles zusammengerafft und aus dem Bus gestürzt. Losgelaufen und etwas später festgestellt, dass es die falsche war. Ich war echt nicht mehr zurechnungsfähig. Also hab ich aufgegeben und obwohl es nicht mehr weit sein konnte, ein Taxi genommen. Ich hatte mich ein wenig verlaufen. Vom Taxi hab ich mich quasi bis vor die Haustür bringen lassen und bin dann nur noch in den gegenüberliegenden Supermarkt gegangen, um …. Na was wohl? Bier zu kaufen!

Mingcun, der Mann von Lina, hat schon am Klang vor der Tür gehört, dass ich es bin und wieder Pijiu mitgebracht hatte. War mir jetzt egal und beide haben auch drüber gelacht. Sollte ich jetzt den Ruf der Deutschen irgendwie geschädigt haben …. ist es mir egal! Einarmiges Reißen war angesagt … Hab dann noch schön geschwätzt mit den beiden, anschließend noch schön mit einer Freundin telefoniert und bin dann ins Bett gefallen.
22.10.07 10:00


20.10.2007

20.10.2007
Und schon haben wir den 20. Oktober. Die Zeit verrennt wie im Flug. Ich hab Angst ihr hinterherzulaufen und versuch alles an einem Tag zu schaffen. Gestern ist schon fast vergessen, weil heut schon wieder so viel gewesen ist. Weil mir zu gestern nicht mehr so viel einfällt, versuch ich mich an die Dinge zu erinnern, die hier anders oder bemerkenswert sind, und die ich bisher nicht erwähnt hab.

Ganz besonders zu erwähnen sind die Toiletten. War es früher so, dass man echt Not hatte überhaupt eine zu finden und wenn man dann eine gefunden hat, dann war es eine öffentliche, in der es im besten Fall ca. 1m hohe Trennwände gab, aber keine Türen (im Klartext “blanko pitschko&rdquo, so sieht es jetzt schon ganz anders aus: jedes Restaurant hat Toiletten und wer was auf sich hält, der hat nicht nur ein Klo, sondern gleich eines, dessen Brille beheizt werden kann und vieles mehr. Im HanYuan z.B. kann man sich zwischen Bidet und Spray entscheiden (spart ne Menge Papier ;-)), anschließend den Fön anstellen und sich dann wohlfühlen … Das ist im Moment hier ziemlich populär und nicht die schlechteste Einrichtung.

Was noch? Offensichtlich essen hier inzwischen viele zum Frühstück auch Brot, so dass es gar nicht schwierig ist, bei seinen westlichen Gewohnheiten zu bleiben, wenn man denn will. Meine Vermieter kaufen fast immer Brot, das allerdings von ihnen selbst kaum belegt wird. Eigentlich gar nicht. Im besten Fall kommt Marmelade drauf. Margarine wurde wohl nur für mich gekauft. Allerdings ist es eine wahre Kunst ein solches Brot zu schmieren, weil ich das mit einem Teelöffel machen muss, denn Schmiermesser gibt es hier nicht. Brotsorten gibt es genug. Kein Grund zur Klage, französisches und deutsches Brot in allen möglichen Variationen. Heute morgen haben wir allerdings ein bisschen chinesisch gefrühstückt, weil es ihnen jetzt doch langweilig wurde, ewig dieses Brot. Es gab Hundun-Suppe (wieder eine Art Teigtaschen) und süße Dampfbrötchen in zwei Sorten. Die einen waren gefüllt mit so was ähnlichem wie Butter (huangnaibao), die anderen mit roter Bohnenpaste (hongdoubao). Waren nicht schlecht, aber wirklich süß und in Kombination mit gesalzener und gepfefferter Suppe ein bisschen gewöhnungsbedürftig.

Danach sind wir zum Schneidermarkt gefahren. Ursprünglich wollte ich mir einen Qipao nähen lassen, bin dann aber bei einer Art Blazer und Kaschmir-Mantel geendet. Lass mich überraschen, sind beide nächsten Samstag fertig. Es war echt beeindruckend, dort spazieren zu gehen und sich anzugucken, was alles möglich ist. Über drei Etagen waren unendlich viele Schneiderstände verteilt (bin schlecht im schätzen, aber es waren bestimmt mehr als 200), die ihre Muster ausgestellt hatten. Ich wusste nachher schon nicht mehr, wo ich hingucken soll. Meine Vermieter haben mir beim Handeln geholfen und jetzt hoffe ich, dass es die richtige Wahl war.

Danach bin ich allein Richtung Brillenmarkt gefahren. Ein genauso interessanter Platz, der allerdings unterirdisch in einer von außen etwas schäbigen Halle angesiedelt ist. Der Eingang sieht sehr suspekt aus und ich war mir absolut nicht sicher, ob ich wirklich am richtigen Platz war. Also noch mal nachgefragt. “Aber ja, geh mal weiter” war die Auskunft. Und nachdem ich dann das heruntergekommene Treppenhaus hinter mir hatte, stand ich in einer Halle und wusste überhaupt, wohin ich gehen soll. Lauter Glastheken mit unendlich vielen Brillengestellen. Wo ein Stand anfing oder aufhörte, war für mich überhaupt nicht zu erkennen. Bin dann einfach auf den nächst besten zugegangen und wurde als Ausländer natürlich sofort angequatscht. Der nächst beste war nach eigener Auskunft auch der wirklich Beste und hatte mit meinem Rezept keine größeren Probleme. Trotzdem wollte ich erst noch mal ein wenig weitergucken. Am nächsten Stand, den ich ansteuerte, hat man mich aber dann auch schon eingefangen. Eine nette kleine und sehr geschäftstüchtige Chinesin hat mich von einer Theke zur nächsten geschleppt, unzählige Schubladen aufgezogen und mir Gestelle angeboten. Als ich immer noch sehr unentschlossen war, hat sie nicht mehr die Gestelle angeschleppt, sondern mich zu ihrer “Zweigniederlassung” in der gleichen Halle geschleppt. Weitere 125 Gestelle wurden aus den verschiedensten Ecken gekramt (von Armani über Prada und Gucci hatte ich alles auf) und letztlich hat sie mich mit einer überzeugt. Selbstredend eine Gucci (da fehlt schließlich nicht mehr viel zur Guzzi, oder?). Ich war eine furchtbare Kundin, hab sie fast 1 ½ Stunden beschäftigt, und jetzt war ich dran. Na gut, jetzt war Handeln angesagt. Aber darin bin ich nun wirklich ne Null. Abgesehen davon war es wirklich schwierig, weil wir uns erstmal verständigen mussten, wie genau meine Gläser aussehen sollen. Lass mich überraschen, meiner Meinung nach habe ich jetzt multifokale Gläser, gehärtet und mit Sonnenbrilleneffekt (mir fällt der deutsche Name grad nicht ein). Dienstag soll die Brille fertig sein. Was mich jetzt beunruhigt, dass ich die Brille allein ausgesucht habe. Wäre mir schon lieber gewesen, hätte mir jemand beratend zur Seite gestanden.

Danach bin ich völlig erschöpft raus aus diesem total überhitzten Optiker-Überschuss. Erst da fiel mir erstens auf, dass ich tierische Kopfschmerzen hatte und zweitens, dass ich gar nichts gegessen hatte, seit heut morgen. Inzwischen war es 15.30 Uhr und irgendwas musste geschehen. Die Kopfschmerzen standen mal zuerst an, und ich glaube auch, jetzt zu wissen, woher sie kommen. Ich hatte noch nicht einen Kaffee gehabt, den ganzen Tag über. Kurz entschlossen bin ich zum HanYuan gefahren, weil der Kaffee da wirklich gut ist und ich nach diesem ganzen Trubel  dringend ein bisschen Ruhe brauchte. So war es dann auch. Nur die Ayi und die Empfangsdame waren da und kümmerten sich rührend um mich. Zwei Tassen Kaffee, einen Granatapfel und ein bisschen plaudern später ging es mir schon wieder besser. Während ich dort saß, rief mich Lina, meine Vermieterin an, und wollte wissen, wo ich sei. Als ich sagte, ich sei im HanYuan, erfuhr ich, dass sie mich zum Essen einladen wollten und ich dort im Hanyuan abgeholt wurde. Wenn man lang genug wartet, lösen sich manche Probleme doch von allein.

Wir sind dann in ein Restaurant gefahren, das nord-ost-chinesische Küche anbietet (ich hoffe, ich hab das richtig in Erinnerung). Jedenfalls gab es dort eben auch Essen, wie man es in Harbin isst. Unglaublich wie viel die beiden bestellt haben. Ich glaube, wir hatten mehr als sechs verschiedene Gerichte auf dem Tisch, eines leckrer als das andere: grüne Bohnen in Spalten geschnitten mit viel Knoblauch, Sauerkraut (aber eindeutig leckrer als unseres), eine Art Brotzopf, der ein bisschen salzig war, einen Teigfladen, der auf einer Art Crepepfanne zubereitet wird, Nudeln mit Gemüse, dann noch eine andere Art Nudeln, die durchsichtig sind, aber so breit sind, wie die italienischen Bandnudeln. Diese Nudeln sahen ganz furchtbar und glibberig aus und sind angeblich aus Kartoffeln gemacht, sind aber superlecker. Dazwischen war auch jede Menge Gemüse, aber welches kann ich gar nicht sagen. Und dann gab es noch etwas das aussah, wie gefüllte Kartoffeln. Das waren aber gar keine Kartoffeln, sondern irgendein Mehlgebilde, das mit roter Bohnenpaste gefüllt war und tierisch klebte. Eindeutig nicht mein Favorit. Ich glaub jetzt bin ich schon bei Nummer sieben. Wir haben längst nicht alles aufgegessen, was aber auch nicht schlimm ist, weil man sich hier alles einpacken lassen und mit nach Hause nehmen kann. Der Sonntagsbraten ist sozusagen schon gerettet. Wobei ich davon wohl eher nichts haben werde, weil ich morgen mit Jings Mama unterwegs bin. Zum Essen gab es dann leckeres Harbin-Bier. Echt nicht zu verachten, etwas stärker als Tsingtao-Pijiu und ich finde auch besser. Bei der Gelegenheit haben Mingcun und ich zwei Flaschen Bier geleert und Mingcun zusätzlich ein Glas Wein. Voilà, er kann es doch! Er hatte den Wein bestellt, damit ich ihn probiere. Hab ich auch getan. Waaah, das war kein Wein, das war eher Likör. So was von süß, unglaublich. Macht nix, trink ich dann aus und schwupp, schon stand das Glas bei ihm. Nein, ganz so war es nicht, der Wein war nicht schlecht, aber nix für halbtrocken bis trocken Trinker und übergeben wurde das Glas auch ganz höflich … Das Essen hat tierisch Spaß gemacht und ich würde richtig gern noch mal dort hingehen. Vielleicht lade ich die beiden zum Abschied dahin ein, denn sie hatten auch richtig Spaß.

Während des Essens rief mich dann Shuping an, um sich mit mir zu verabreden. Da die Verbindung schlecht war und ich sie nur teilweise verstehen konnte (nicht nur aufgrund der schlechten Leitung) hab ich sie an Lina weitergereicht und wurde von beiden für morgen um 9.00 Uhr an der Metrostation verabredet. Viel zu früh, meiner Meinung nach, aber die beiden kannten kein Pardon. Fazit ist, dass ich jetzt Schluss mache und morgen ein Taxi nehme.

 Leider kann ich keine Fotos mehr hochladen, der Speicherplatz ist zu klein. Ich werde vielleicht an dieser Stelle einen anderen Link veröffentlichen, wo ihr dann gucken könnt.

22.10.07 05:21


18.10.2007 Nervöse Mütter ...

... und eine davon ziemlich hilflos. Dieser Eintrag wird wohl sehr kurz werden. Inzwischen ist es 22.00 Uhr und ich bin völlig im Eimer. Heute habe ich mich mit Shuping, Jings Mutter getroffen. Supernett, keine Frage. Aber ich hab wahnsinnig große Probleme, sie zu verstehen. Offensichtlich spricht sie einen Dialekt, der selbst meiner Vermieterin, ihres Zeichens Schulleiterin, hie und da Schwierigkeiten bereitet.

Es lag aber nicht nur daran, dass ich so kaputt bin. Angefangen hat es schon damit, dass ich in Ruhe meinen Nachmittagsunterricht beginnen und lediglich vorher mal eben in der Mittagspause meine Travellerschecks eintauschen wollte. Beim Mittagessen mit dem Lehrerkollegium hab ich dann nach der nächsten Bank gefragt und wurde mit großen Augen angesehen, als ich erklärte, dass ich eben keine solche “fangbiande” internationale Kreditkarte habe. Okay, es wurde ein bisschen diskutiert, weil jeder wusste, wo der nächste Geldautomat ist, aber man sich nicht einig darüber war, wo die nächste Bank ist (so viel zum Thema “Vor-Ort-Bankberatung” … ich meine Büderich … ich glaube fast, ich kann sogar mit meiner ec-Karte abheben, vielleicht probier ich es ja mal aus ..). Ich wurde dann sozusagen in die linke Richtung geschickt, wo es auch jede Menge Banken gab, von Landwirtschaft bis Transport- und Verkehrsbank hab ich glaub ich alles gefunden. Aber siehe da, das moderne Shanghai hat auch seine Grenzen. Travellerschecks kann man eben nur in der Bank of China umtauschen. Und das war ein weiter Weg … 20 Minuten Fußweg bestimmt. Egal hab ich gedacht, tauscht du gleich ein bisschen mehr um, dann ist das erledigt. Einmal dort angekommen, musste ich erst mal ne Nummer ziehen, wie bei uns im Einwohnermeldeamt. Als ich dann auf meine Nummer blickte, hab ich gezuckt. Ich hatte Nummer 309 und die Schalter waren grad mal bei 279 angelangt. Aber gut man weiß ja nie, fünf Schalter … kann ja auch schnell gehen, oder? Durchschnittsbearbeitung eines Kunden: 10-15 Minuten. Kurz hochgerechnet kam ich auf mindestens 5 Stunden, diejenigen nicht mitgerechnet, die sich dazwischendrängeln. Da ich aber eigentlich schon längst hätte im Unterricht sitzen müssen, hab ich flugs den Rückweg angetreten. Ziemlich genervt und natürlich unerledigter Dinge …

Wieder im HanYuan angekommen, wurde mir mitgeteilt, dass Shuping schon auf dem Weg sei. Wir hatten uns für 16.00 Uhr verabredet und es war grade mal 14.00 Uhr. Eigentlich wollte ich noch 2 Stunden Unterricht machen. Aber gut, es wäre für sie auch ziemlich unangenehm gewesen , so lange die Zeit totzuschlagen. Kurzentschlossen Unterricht gestrichen und auf sie gewartet. Kurz darauf kam sie auch an und es war eine schöne Begrüßung. Zwar nicht mit Umarmung wie es bei uns üblich ist, aber dennoch sehr herzlich. Sie wurde auch im HanYuan sehr freundlich empfangen. Sowohl meine Vermieterin Lina als auch die Ayi haben sie erst mal ausgefragt, wie es sich jetzt genau verhält mit meiner “chinesischen Tochter”. Schon dabei hab ich gemerkt, dass ich nahezu kein Wort von dem verstehe, was sie sagt. Mist! Ärgert mich wirklich, weil ich so gern wüsste, was sie so bewegt (ich müsste zwar trotzdem zwischen den Zeilen lesen, aber es wäre eindeutig mehr als ich heute verstanden habe). Lina und Shuping waren so nett, meine Zeit einzuteilen und wenn ich es recht verstanden habe, bin ich am Samstag zwar mit Lina unterwegs, dafür aber am Sonntag mit Shuping und ich glaube auch ihrem Mann. Das darauf folgende Wochenende hat man mich komplett Shuping zugeteilt und ich habe nicht wirklich verstanden, wo es hingeht. Ich glaub, ich werde irgendwo aufs Land gebracht … in einen Park, der zeigt, wie es zu Zeiten des “Traums der roten Kammer” in China aussah. Ich freu mich wahnsinnig über diese Gastfreundlichkeit, aber es graust mir ein wenig vor einem Wochenende, an dem ich rein gar nichts verstehe.

Mit Shuping bin ich dann Richtung Bund gefahren und gelaufen, hab jede Menge alte chinesische Häuser gesehen, die sich direkt in der Nachbarschaft von irrsinnig glänzenden Wolkenkratzern befinden. Absolut hinreißend und spannend! Wir sind dann bis zum Bund gelaufen, die berühmte Uferpromenade Shanghais, in dessen Grünanlagen sich gern die Pärchen tummeln (außer Knutschen läuft da - glaube ich - nichts. Oder doch? Vielleicht gibt es ja Leser, die mich eines Besseren belehren können?) Der Bund ist nach wie vor absolut beeindruckend. Die Skyline ist Wahnsinn. Habe versucht, ein wenig in meinen Fotos einzufangen, ist aber nicht einfach. Wirklich alte Gebäude konkurrieren mit diesen hypermodernen Futurkästen und ich find noch nicht einmal, dass es hässlich aussieht. Das Ganze wurde aber noch getoppt: Shuping hatte für uns noch eine Schiffahrt bei Nacht (sprich im Dunkeln, was hier um 18.00 Uhr beginnt) geplant. Da wir aber immer noch wahnsinnig viel Zeit hatten, sind wir wieder zurückgefahren (diesmal mit dem Taxi) zur Nanjinglu. Unglaublich: in China gibt es Fußgängerzonen! Hier lässt es sich leicht einkaufen, der Westler findet alles, was er will und nicht will. Deswegen hab ich jetzt auch schon etwas für meine drei Töchter gefunden. Das gibt’s zwar auch in Deutschland, aber eindeutig nicht zu dem Kurs. Und ich kann nur sagen: Shuping mag ich zwar zum größten Teil nicht verstanden haben. Aber feilschen kann sie! Das war richtig klasse. Ein bisschen nach dem Motto: für die Hälfte das Doppelte. Und es macht ihr offensichtlich Spaß!

Wir haben dann etwas in einer japanischen Schnellimbisskette gegessen und uns dann wieder auf den Rückweg zum Bund gemacht. Und ich muss ehrlich sagen, der Bund bei Nacht, diese Skyline muss man wirklich gesehen haben, wenn man denn mal in der Nähe ist. Ein Großteil der Wolkenkratzer ist beleuchtet. Einer schöner und bunter als der andere. Mag das Super-Tourismus-Programm gewesen sein (zumal Shuping auch noch die VIP-Suite organisiert und auch noch gezahlt hat), aber das ist wirklich der Hammer.

Danach sind wir ein wenig hektisch wieder aufgebrochen, weil Shuping spätestens um 21.00 Uhr ihren Zug kriegen musste. Ich war wirklich völlig erschöpft, bin dann nur noch in meinen Bus gestiegen, nachdem wir uns in der Metro verabschiedet hatten und habs diesmal geschafft, nicht eine zu früh, sondern eine zu spät auszusteigen. Jetzt hatte es sich zugespitzt, ich brauchte ein anständiges Bier und das nicht aus einem kleinen Gläschen, sondern richtig. Rein in den nächsten Supertmarkt, zwei 640ml-Flaschen Qingdao-Bier gekauft und irgendwie zurück zur Siedlung. Bisschen peinlich ist es mir jetzt schon, innerhalb von anderthalb Stunden war die Flasche leer, zumal mein japanischer Vermieter Mingcun sich nicht beteiligt hat. Erkkärung war, dass er heute nicht trinken kann (was bei uns Frauen …., das ist bei ihm wohl die Arbeit). Okay, jetzt wissen die beiden, dass ich eine “waschechte” Deutsche bin und haben vielleicht nen schlechten Eindruck, aber das war es mir wert. Wer weiß, vielleicht trinkt er ja demnächst mit?

19.10.07 07:02


17.10.2007 Hosenkauf in China

Eigentlich sollte ich jetzt lieber Vokabeln und Grammatik lernen, aber ich bin zu kaputt. Mein Tagespensum ist doch recht groß. Ich bin mir nicht sicher, ob vier Stunden Einzelunterricht die beste Wahl waren. Einerseits ist es zwar klasse, so intensiv zu lernen, andererseits komme ich aber mit dem Nachbereiten des Stoffs nicht nach (vom Vorbereiten wollen wir jetzt mal gar nicht sprechen). Der Unterricht ist von 10-15 Uhr, klingt nicht wirklich viel, aber es muss ein Mittagessen und selbstredend noch irgendwo ein Abendessen eingebaut werden. Mittagessen ist nicht das Problem, da ich das von der Ayi meiner Vermieterin zubereitete Mittagessen mit den anderen Lehrern im HanYuan einnehme. Unterrichtsende ist allerdings selten pünktlich, da mein hübscher , junger Lehrer immer wieder die Zeit vergisst und wir dadurch auch schnell mal ein halbes Stündchen länger machen. Dann komme ich aus dem HanYuan auch nicht sofort weg, weil ich entweder noch fürs Blog dort was mache oder mit den Leute quatsche, die dort auftauchen (Ehemalige genauso wie jetzige Schüler). Bei den Schülern handelt es sich hauptsächlich um Japaner, die hier geschäftlich zu tun haben (oder deren Ehefrauen). Die Schule gehört einem japanischen Konzern an, der - wenn ich es richtig verstanden habe - ca. 46 andere Schulen weltweit hat. Hier in Shanghai gibt es zwei. Tja, und was das Abendessen betrifft, da stoße ich zwar nicht an meine Grenzen, aber doch an meine Hemmschwelle. Das meiste auf den Speisekarten kann ich nicht lesen und weiß daher nicht, was ich eigentlich will. Vor 20 Jahren bin ich einfach hingegangen und hab in die Küche geguckt, was es gab, drauf gezeigt und gesagt: „Mach mal!“ Funktioniert heute irgendwie nicht mehr. Oder vielleicht doch, habs nur noch nicht probiert. So weit ich weiß, sind die kleinen Straßenstände verboten worden, so dass jetzt jedes Büdchen einen eigenen Laden hat. Also muss man reingehen und Speisekarte lesen … Heute allerdings hab ichs dann doch gewagt. Während eines „Leerlaufs“ bin ich dann doch in eine Art Spelunke gegangen und hab mir „Chaomian“ (Gebratene Nudeln) bestellt. Eines der wenigen Gerichte, die ich auswendig sagen kann. Die gabs dann auch. Während ich in dieser kleinen Bude saß und aufs Essen wartete, hab ich noch mal über die dunkle Gasse da draußen vor der Tür nachgedacht und ob es wirklich eine gute Idee war, so spontan zu entscheiden. Als ich dann sowohl Stäbchen als auch Baby-Kakerlake sah, war mir schon etwas mulmig. Aber aufstehen und gehen, hab ich auch irgendwie nicht übers Herz gebracht. Die Nudeln selbst waren gut zubereitet und ich vertraue jetzt erstens darauf, dass beim Wok-Braten jeder Keim abgetötet wurde und zweitens die zwei Harbin-Bier, die ich grad vernichte, den Rest erledigen. Harbin-Bier schmeckt übrigens richtig klasse!

So und nun zu dem Davor und Danach meines „Leerlaufs“. Weil ich mich morgen mit Jings Mutter treffen werde, wollte ich mich etwas seriöser kleiden und habe nach meiner langen Jeans gekramt, die ich für förmliche und weniger förmliche Anlässe mitgenommen hatte. Dumm gelaufen „Zhaobudao“. Will heißen, gesucht und nicht gefunden. Hab sie offensichtlich zuhause gelassen. Also raus aus der Schule und eine lange Jeans kaufen. Ich versteh nicht wieso, es gibt definitiv Chinesinnen, deren Hintern genauso dick ist wie meiner, aber Hosen gibt’s für die nicht viele. Und wenn, dann sind die nicht besonders trendy. Eine hab ich gefunden, die war nicht schlecht, aber für hiesige Verhältnisse eindeutig zu teuer. Okay, dachte ich mir, in der Nähe der Huaihailu ist eben alles etwas teurer, also gehst du in der Nähe deiner Wohnung einkaufen. Gesagt getan, in den Bus gestiegen, selbstredend an der falschen Haltestelle ausgestiegen, weil ich den Rückweg noch nie mit dem Bus gemacht habe, egal ein paar Meter weiter als nötig den Rest gelaufen, Sachen nach oben gebracht und schnell wieder runter zum Essen gehen und Hose kaufen. Ein paar Läden hab ich abgeklappert ohne Erfolg. In einen Laden bin ich reingegangen und wollte direkt wieder raus, weil mir die Kleidung doch ein wenig zu altmodisch erschien, hatte aber nicht mit „Mama! gerechnet. Mama hat mir sofort erzählt, dass alles, was dort im Laden ausgestellt ist, ihre Tochter selbst genäht hat. Ich dachte, das ist ein Übersetzungsfehler meinerseits. Der größte Teil der Sachen gefiel mir zwar nicht, aber alles sah gut geschneidert aus, zumindest nicht zu unterscheiden von industriell gefertigten Sachen. Mama hat dann auch geschäftstüchtig ihre Tochter aus dem Hinterstübchen geholt (ungefähr so groß wie unser Gäste-WC, das Zimmer meine ich natürlich), die dann freundlich auf mich einredete. Es ist tatsächlich so, dass sie alles selbst anfertigt. Unter anderem auch die zwei Qipaos, die an der Wand hingen und richtig gut aussahen. Qipao ist das traditionelle Gewand der Chinesinnen, schmal und auf Figur geschnitten mit Stehkragen und langem Beinschlitz. Da ich ohnehin schon drüber nachgedacht hatte, mir einen anfertigen zu lassen, habe ich mich weiter mit ihr unterhalten und im Laufe des Gesprächs festgestellt, dass so ein Qipao ca. 300 Kuai kostet. Wie ich bisher gehört habe ist das nicht zu teuer. Beim Verabschieden habe ich erklärt, dass ich vielleicht so einen Qipao machen lassen würde, aber nicht jetzt, sondern vielleicht später wiederkäme, wurde ich mehr oder weniger ins Hinterzimmer gezerrt und mir wurden über 100 Stoffmuster gezeigt. Eines schöner als das andere: Drachen, chinesische Schriftzeichen, das runde Glückssymbol, wunderschöne Blumenmuster, Drachen und Pfauen beieinander oder nur Pfauenschwänze, aber auch unifarbige Stoffe. Es fiel mir richtig schwer mich zu trennen, hab jedoch erklärt, ich müsse jetzt weiter. Aber ja, aber ja, aber wenn du Zeit hast und dir die Zeit vertreiben willst, bist jederzeit willkommen, quatschen, Teetrinken usw. Schwupp, schon hatte ich zwei Visitenkarten in die Hand gedrückt bekommen und wusste nicht, wie ich mit Anstand aus diesem Laden rauskomme. Wohlgemerkt, wir sprechen hier von ca. 12 m² Arbeits- und Ausstellungsfläche in einer leicht suspekten Gasse … Nun, man ließ mich gehen und ich hatte irgendwie das Gefühl, dass ich tatsächlich wiederkommen wollte.

Die noch nicht gefundene Jeans trieb mich weiter und siehe da, ich würde kurz drauf fündig. Eine Jeans, die einigermaßen stylisch ist in XL (eine europäische Größe verrate ich jetzt nicht, meine lieben Holland-Shopping-Frauen kennen sie ohnehin …. Leider war die Hose jedoch entschieden zu lang. Offensichtlich für große Chinesinnen, die für diese Größe eben doch noch schlank sind. Weniger für kleine gedrungene Laowai (Ausländer). Jetzt kam ich ins Grübeln, wenn auch nicht sehr lang. Hose runtergehandelt von 168 auf 134 aMuf letztlich 120, eingepackt und schnell so XiaoCheng, der Schneiderin. Höflich gefragt, ob sie wohl eventuell und vielleicht und überhaupt …. Kein Problem, wann soll ich die Hose kürzen? Sofort? Mach ich! Mir wurde Wasser angeboten, aber da fiel mir ein, dass ich noch essen wollte und sie war einverstanden, dass ich nach dem Essen die Hose abholte. Vorher hat sie mich aber noch gefragt, wie viel die Hose gekostet hat. Den Preis fand sie zwar okay, aber sie hätte mir eine für hundert genäht … (Die Restauranterfahrung hab ich oben als Leerlauf beschrieben.)

Als ich dann die Hose abholte und wissen wollte, wie viel ich zu zahlen hätte, sagte XiaoCheng mir, dass ich gar nichts zahlen brauche. „BuhaoYisi“ usw. Nein, ich solle nur, wenn ich einen Qipao haben wollte, zu ihr kommen, aber auch einfach so mal vorbeischauen. Klar hats was mit Geschäftspolitik zu tun, weiß ich auch. War trotzdem nett.

Also bin ich wieder nach Hause sozusagen mit „Spaß inne Backen“, weil alles so gut geklappt hat und hab mich noch mehr gefreut, weil meine Vermieter noch nicht zurück waren. Natürlich sind sie nett, aber irgendwie fand ich allein sein jetzt klasse. Hab mit dem Blog angefangen, bin recht weit gekommen und als sie dann wieder zurückkamen, war‘s richtig schön. Sie haben nach meiner Hose gefragt, fanden sie prima und dass ich auch nicht zu viel bezahlt hätte. Tat mir irgendwie gut, dass ich mich nicht hab übers Ohr hauen lassen. Als ich dann allerdings von „meiner“ Schneiderin erzählte, wussten sie von anderen zu berichten und zeigten mir, was sie bisher hatten anfertigen lassen. Feinster Zwirn: Geschäftsanzug, wunderbares Leinen: das „kleine Schwarze“ für wirklich kleines Geld. Der Anzug ca. 700 Kuai (80% Schurwolle und superleicht), das kleine Schwarze weiß ich nicht mehr. Jedenfalls hab ich für Samstag eine Verabredung mit meiner Vermieterin auf dem „Schneidermarkt“. Mal sehen, was so anfällt …

19.10.07 06:59


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