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21.10.2007 Shopping-Meister

Glücklicherweise hat es mit dem Taxi super geklappt. Ich war kaum zur Tür raus, schon hatte ich eines. Habe dann auch Linas Ratschlag befolgt und bin erst mal zum HanYuan gefahren, um in Ruhe ein bis zwei Kaffees zu trinken. Als ich bei der zweiten Tasse war, rief mich auch schon Shuping an. Wieder ein wenig zu früh und wollte wissen, wo ich denn nun bin. Sie war dann so nett und ist zum HanYuan gekommen, obwohl wir an der U-Bahn-Station verabredet waren. Jetzt habe ich ein leicht schlechtes Gewissen, weil ich Shuping zum HanYuan habe kommen lassen. Waren 5 Minuten Fußweg für sie. Auf der anderen Seite konnten wir uns dort in Ruhe über das einigen, was wir tun wollten und von da aus zur Bushaltestelle gehen. War gar nicht sooo schlecht und außerdem konnte ich meinen Kaffee zu Ende trinken ;-) .

Wir sind dann mit dem Bus zum YuYuan gefahren, ein berühmter Vorzeige-Park Shanghais, der nach altem Muster aufgebaut wurde. Zunächst war ich sehr enttäuscht, weil ich nur Geschäfte und Souvenirshops gesehen habe. Hab mich dann in mein Schicksal gefügt und brav alles angeguckt. Aber - wie konnte es anders sein - beim Gucken ist es nicht geblieben. Für unsere Sofakissen gibt es jetzt neue Hüllen und neue Tischsets habe ich auch. Danach haben wir noch etwas für meine Kinder besorgt und Shuping hat bewiesen, dass sie tatsächlich Meister im Handeln ist. Kann ich mir echt ne Scheibe von abschneiden. Und dann, siehe da, gab es tatsächlich einen echten Park zu besichtigen, in dem auch echte alte Häuser standen (allerdings waren die von irgendwo abgebaut und dort wieder aufgebaut worden).  In diesem Park spazieren zu gehen war wirklich schön. So wie eine chinesische Gartenanlage sein sollte: lauter kleine Abschnitte und Höfe, die durch verschiedene Zugänge wie runde Türen in Mauern oder Felsdurchgänge hatten, die jedes Mal einen anderen Blick, eine andere Landschaft eröffneten, wenn man durchging. Leider waren hier nur wie überall erstens zu viele Menschen und zweitens zu viele Ausländer. Hab es trotzdem genossen und war angenehm überrascht, dass ich diesmal viel mehr von dem verstanden habe, was Shuping mir erklärt hat. Muss wohl an meinem hartnäckigen Nachfragen gelegen haben, dass ihr Chinesisch etwas mehr dem Mandarin entsprach.

Anschließend sind wir in den Yifu-Tempel, nee, kein echter Tempel, aber es gab dort 6 Etagen, in denen nur Kleidung, Taschen und Uhren verkauft werden. Nach mehr als 3 Stunden war ich kurz vorm Shopping-Kollaps (und ihr wisst, dass dauert bei mir ganz schön lange, bis ich an diesem Punkt angekommen bin). Und wieder hat Shuping bewiesen, dass sie ein “taojiahuanjiadegongshi” ist. Unglaublich wie sie verhandeln kann. Gerettet hat mich dann meine liebe Familie mit einem Anruf, hat mich damit ein wenig von meinem Selbstmitleid abgelenkt. Hab allerdings dadurch auch schon wieder einen neuen Shopping-Auftrag: Tigerbalsam ist gefragt.

Das Highlight war ganz sicher unser Besuch des Dongfangminzhuta. Das ist der Oriental Pearl Tower, das Wahrzeichen von Shanghai. Den hat bestimmt schon jeder irgendwie mal auf einem Foto gesehen. Supercool. Ich werde gleich versuchen ein paar Fotos auf über mein gmx-Konto zu veröffentlichen und denjenigen, die es haben wollen dazu eine E-Mail mit Zugangskennwort schicken. Müsst euch nur bei mir melden.

Also der Oriental Pearl Tower ist ca. 350m hoch und sieht am besten bei Nacht aus. Deswegen sind wir auch erst bei Dunkelheit dorthin gegangen. Shuping hat wieder die VIP-Variante gewählt und wir brauchten nicht mit der Menschenmenge in den Aufzug steigen, sondern waren lediglich mit 10-15 Leuten in einem anderen Aufzug. Der Tower hat zwei Kugeln. In beide kann man rein und nach unten gucken. Die obere ist etwas kleiner und dort gibt es ein Restaurant, das sich dreht. Dort haben wir gegessen und Shanghai bei Nacht genossen. Wirklich ein unglaublicher Anblick (auch wenn es vom Jinmao-Tower bestimmt genauso schön wäre, weiß ich ja! Musste aber das offizielle Programm ableisten &hellip! All die Hochhäuser äußerst effektvoll und farbenfroh beleuchtet. Mag alles Geschmackssache sein, aber ich fand es sehr beeindruckend. Das Essen war superlecker. Es gab ein Buffet, an dem wirklich jeder etwas finden konnte. Egal ob chinesisches oder westliches Essen. Neben uns saßen drei Lateinamerikaner, die auf äußerst angenehme Art, das chinesische Weltbild ein wenig durcheinander brachten. Mit ihrer lauten und spontanen Art haben sie mir ehrlich gesagt recht gut getan. Da bei dreien immer einer übrig ist, hat dieser “übrig gebliebene” Mann heftigste angefangen mit mir zu flirten. Auf äußerst lustige und unverbindliche, aber auch laute Art. Shuping war es möglicherweise etwas unangenehm. War aber ganz okay, als ich ihr erklärt habe, dass diese Latinos eher ein bisschen lebhafter sind, war es auch okay. Als ich dann allerdings Namen, Telefonnummer und die Zeit aufschreiben sollte, wann ich denn wohl am nächsten Morgen Brötchen holen gehe, hab ich dann doch äußerst höflich, aber deutlich re(a)giert. War aber wirklich alles äußerst ungefährlich und unterhaltsam.

Als Shuping dann erklärte, sie würde erst gegen 22.00 Uhr nach Haus fahren und hätte jetzt noch einige Zeit, um sich zu “amüsieren”, habe ich eine “Wanr”-Verweigerung ausgesprochen, ich konnte einfach nicht mehr. Zu voll und zu kaputt. Also sind wir noch ein bisschen geblieben, die Nachbarn haben gewechselt, und wir hatten plötzlich Beijing-Leute neben uns sitzen. Eine wahre Wohltat für mein Hörverständnis. Die beiden haben äußerst deutliches Chinesisch gesprochen und ich war dankbar dafür
Lateinamerikaner. Die beiden haben dann auch mit meinem Handy ein Foto von Shuping und mir oben im Tower gemacht und waren wahnsinnig beeindruckt von der Kamera des Handys. Und sofort war wieder die Qualität der deutschen Produkte Thema … bis sie dann festgestellt haben, dass es ein Sony Ericsson ist ….
Superessen

Danach sind wir dann mit der U-Bahn Richtung Bahnhof gefahren und haben uns etwas überhastet verabschiedet, weil wir nach dem Umsteigen in unterschiedliche Richtungen mussten. Ich war derart kaputt, dass ich beschlossen habe, nach Hause ein Taxi zu nehmen. Als ich dann aber aus der U-Bahn-Station rauskam, stand der Bus, mit dem ich nach Hause fahren kann, direkt vor meiner Nase. Überglücklich bin ich mit meinen Tausenden von Taschen eingestiegen und hab so vor mich hingedämmert bis ich den Namen meiner Haltestelle hörte. Schnell alles zusammengerafft und aus dem Bus gestürzt. Losgelaufen und etwas später festgestellt, dass es die falsche war. Ich war echt nicht mehr zurechnungsfähig. Also hab ich aufgegeben und obwohl es nicht mehr weit sein konnte, ein Taxi genommen. Ich hatte mich ein wenig verlaufen. Vom Taxi hab ich mich quasi bis vor die Haustür bringen lassen und bin dann nur noch in den gegenüberliegenden Supermarkt gegangen, um …. Na was wohl? Bier zu kaufen!

Mingcun, der Mann von Lina, hat schon am Klang vor der Tür gehört, dass ich es bin und wieder Pijiu mitgebracht hatte. War mir jetzt egal und beide haben auch drüber gelacht. Sollte ich jetzt den Ruf der Deutschen irgendwie geschädigt haben …. ist es mir egal! Einarmiges Reißen war angesagt … Hab dann noch schön geschwätzt mit den beiden, anschließend noch schön mit einer Freundin telefoniert und bin dann ins Bett gefallen.
22.10.07 10:00
 


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