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22.10.2007

Neuer Tag, neues Glück. Wer hätte das gedacht, dass ich mal froh bin, wenn ich “nur” Unterricht habe. Hab heute wieder verschiedene Lehrerinnen gehabt und die beiden haben sich erst mal mein erfülltes Wochenendleben anhören wollen und müssen. Beide haben gelacht und schnell begriffen, dass ich zwar schön finde, dass Shuping so sehr kümmert, dass es mir aber auch ein bisschen zu viel wird. Yaolan hat flugs eine Strategie entwickelt. Sie hat vorgeschlagen, dass ich am Samstag doch unbedingt noch an einem bestimmten Unterricht teilnehmen soll. Hört sich wirklich super an. Geht um einen Jackie Chan-Film, über den danach dann noch diskutiert und geredet wird. Selbstredend können da nur solche Studenten teilnehmen, deren Chinesisch verhältnismäßig gut ist … (grins, ich seh das nicht so, aber tut doch irgendwie gut). Ich würde das wirklich gern tun und es geht nicht nur darum, mich ein bisschen zu drücken. Wir wollen mal sehen, ob das nicht noch irgendwie zu arrangieren ist.

Ab morgen verändert sich mein Stundenplan. Ich werde Montags, Mittwochs und Freitags weiterhin so Unterricht haben wie bisher, aber Dienstag und Donnerstag zwar morgens von 10-12 Uhr Unterricht haben, am Nachmittag aber erst wieder um 5 Uhr beginnen und bis 7 Uhr machen. Allerdings müssen dann noch 6 Stunden irgendwie untergebracht werden, weil die sozusagen Überschuss sind, weil ich nicht ganz 3 Wochen hier bin (der Freitag als Abreisetag ist ein Grund). Auf diese Weise hoffe ich, zwischendurch auch mal was unternehmen zu können und abends mehr Gelegenheit zum Wiederholen zu haben. Irgendwie finde ich es schwierig, alles unter einen Hut zu kriegen. Ich möchte nicht nur in Einkaufszentren oder im HanYuan rumhängen, sondern auch mal ein bisschen auf eigene Faust das eine oder andere entdecken.


Und ich glaub jetzt fang ich gleich mal damit an ….

Einige Stunden später … Hab zwar nicht das erreicht, was ich wollte, das Ergebnis war aber trotzdem nicht schlecht. Offensichtlich hat ne Flasche Bier doch nen recht guten Einfluss auf meine Instinkte …

Ursprünglich war ich losgezogen, um den Fakemarket mal in Augenschein zu nehmen. Hab ihn aber leider nicht gefunden. Entweder ich hab mich einfach nur zu blöd angestellt oder er ist umgezogen, was regelmäßig der Fall sein soll. Immerhin hatte ich dadurch ein U-Bahn-Erfahrung mehr. Bisher war ich sehr zufrieden mit den öffentlichen Transportmitteln hier. Alles sehr angenehm. Eine aufladbare Karte gekauft, 100 Renminbi draufgeladen und schon konnte es losgehen. Egal, welches Transportmittel: ob Bus, ob Metro, ob Schiff, sogar einige Taxis akzeptieren diese Karte. Nachdem ich inzwischen zwei bis drei Buslinien kenne und die auch regelmäßig nutze, weiß ich, dass es zwar mal ein wenig voll werden kann. Aber was ich heute in der U-Bahn erlebt habe, wäre bei uns nicht vorstellbar. Üblicherweise lässt man ja erst mal die Leute aussteigen. Hat ne gewissen Logik, ist so doch mehr Platz in U-Bahn-Wagen. Nicht so in Shanghai! Es steht zwar sogar auf den Boden geschrieben, dass man erst rauslassen und dann einsteigen soll, aber da zur Rush-Hour die U-Bahnen zum Bersten voll sind, kümmert sich keiner darum. Jeder will irgendwie den vielleicht noch einzigen Platz erkämpfen und drängt in den Waggon, sobald die Tür auf ist. Daher ist es ratsam, sich in die Nähe der Türen zu platzieren, was aber auch Tausend andere wollen. Irgendwie ein kompliziertes Unterfangen, das aber letztlich doch irgendwie hinhaut. Festhalten braucht man sich wirklich nicht, wozu auch? Umfallen kann da niemand mehr.

Bin jedenfalls heil rein und auch wieder reingekommen, werde aber in Zukunft vermeiden, zu dieser Zeit U-Bahn zu fahren. Ansonsten ist es aber recht angenehm, man muss nur hin und wieder bei der Zeitplanung berücksichtigen, dass der Wechsel von der einen zur anderen U-Bahn-Linie leicht schon mal einen Fußweg von 5-10 Minuten benötigt.

Danach bin ich wieder ins HanYuan und hab noch mal kurz meine E-Mails gecheckt, weil es dort mit meinem Notebook viel schneller übers W-Lan-Netz  geht. War aber nicht viel Neues. Bin dann nach Hause gefahren, ohne etwas gegessen zu haben, weil ich mich vorher nicht so recht in eines der Restaurants getraut habe. Richtige Restaurants sind mir zu fein und ich finde es nicht schön, dort alleine zu essen und die kleinen, die ich gesehen habe, wirkten nicht wirklich einladend. Egal, dachte ich, werden heut abend nur ein paar Kleinigkeiten genascht. Auch gut. Als ich aber dann aus dem Bus stieg (diesmal tatsächlich die richtige Haltestelle ;-)) und durch die kleinen Gassen in der Nähe unseres Appartements lief, hab ich in einen Kellereingang geguckt und ganz nette Holzbänke und -tische gesehen, die ausnahmsweise mal sauber aussahen. Also rein und auf die Speisekarte geguckt. Leider hab ich rein gar nichs erkannt, auf mein Nachfragen hin, ob es wohl auch was mit Gemüse gäbe, kriegte ich nur die Antwort, dass es sich um “…” handelt (hab ich nicht behalten) und ich hab gesagt, sie sollen mir doch einfach was mit Hühnchen bringen. Tja, nun gab es aber viele verschiedene Hühnchenmöglichkeiten. Verdammt aber auch. Glücklicherweise gibt es ja noch die “Ich zeig einfach mit dem Finger drauf” (war nötig, weil mein so genanntes Hochchinesisch mit ihrer Shanghai-Sprache absolut nicht kompatibel war). Jetzt kamen wir ins diskutieren … Wieviel denn wovon ? Schwierig zu sagen, wenn man nicht weiß, um was es sich handelt. Ich hab dann mal hiervon zwei, davon drei, von jenem nur eins usw. bestellt, bis die Xiaojie (das Fräulein) meinte, das würd wohl reichen für eine Person. Jetzt gings ums Getränk. Und da gab es plötzlich gar keine Schwierigkeiten: e:ntweder Bier hört sich in beiden Sprachen genauso an oder man hat es mir an der Nase angesehen. Und wieder die Frage: Wieviel denn? War aber eher ein Scherz. Waren nämlich große Flaschen und ich glaub nicht, dass sie mich wirklich für so versoffen hielten (ja, ja, ich weiß, wird mancher von euch anders sehen &hellip Was ich dann bekam, war ein äußerst leckres Bier und lauter Grillspieße, scharfe Hühnchenflügel, Schweinefleisch am Spieß, Kartoffelchips-Spieße und Pilze am Spieß. War superlecker, aber sicher furchtbar ungesund. Wurscht, mit dem Bier runtergespült, ging es mir richtig gut und nachdem ich bezahlt hatte und raus bin, hab ich mein Zuhause auch ohne weiteres gefunden. Vielleicht sollte jeder Pfadfinder (natürlich nur die über 18) ein Bier im Gepäck haben …

Ach, es gibt noch so viele Kleinigkeiten zu berichten, aber ein großer Teil davon ist am Abend schon wieder vergessen. Werde ich mir jetzt mal unterwegs notieren, vielleicht klappt es dann ja.
 

22.10.07 10:02
 


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