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25.10.2007 Friseur

Heute mach ich´s kurz. Habs jedenfalls vor, denn bisher wollte ich bei jedem Eintrag nur schnell was berichten.

Dank meiner Laufpartnerin bin ich ich heute mitsamt der mitgebrachten Haartönung in einen Friseurladen gegangen. Mir war etwas mulmig, weil ich das Thema gestern beim Abendessen angeschnitten hatte und Lina und ihr Mann nicht sicher waren, ob das wirklich eine gute Idee ist. Er hat mir erklärt, dass es überhaupt kein Problem sei, wenn man dem Friseur erklärt, wie man die Haare haben will. Er würde immer schon nicken und sagen, ja, klar, machen wir, aber hinterher sähe es ganz anders aus. Aber mutig wie ich bin, hab ich mich auf eine meiner Lehrerinnen verlassen, die mich zu ihrem Friseur geschleppt hat. Im Laden haben wir erst mal erklärt, was ich will (bitte keine Altfrauenfrisur und die eigene Haarfarbe usw. Ja, klar, machen wir, kein Problem … Wahhhh, soll ich doch lieber wieder rausgehen. Nö, hab ich gedacht, Haare wachsen ja auch wieder. Lustig war´s und ganz anders als in Deutschland. Hier dürfen die Mädels nur Haare waschen und Farbe auftragen und die Männer sind die Schneidemeister. Zumindest ist es meistens so. Die junge Frau, die mir den Kopf gewaschen hat ;-)), war völlig fasziniert und hab mich über Deutschland ausgefragt. Beim Haarewaschen liegt man hier übrigens, äußerst angenehm, drückt nicht so im Nacken. Als sie dann endlich die Farbe aufgetragen hatte, dachte ich, super, jetzt kann ich ja noch ein bisschen für den Unterricht vorbereiten, aber sie wich mir erst wieder von der Seite, als der Meister ans Werk ging. Der Meister fragt also: “Wie soll´s denn sein?” Ich sage: “Ungefähr wie bei ihm dort!” Der Meister sagt: “Ungefähr geht nicht!” Hier war ich mit meinem Chinesisch definitiv am Ende (spätestens). Aber siehe da, Fotos sind doch sehr hilfreich. Nachdem ich mir dann einen Haarschnitt ausgesucht hatte, ging er mutig ans Werk und diskutierte mit mir angeregt darüber, wer denn nun besser sei, Tom oder Jerry (ich hatte einen chinesischen Tom und Jerry-Comic dabei). Wir waren eindeutig nicht derselben Meinung. Er fand Tom besser und ich Jerry. Schlechtes Omen für meine Frisur? Nee, er hat wirklich super geschnitten und ich bin mehr als zufrieden, was irgendwie nicht zu erwarten war, wenn über sein Outfit seine Fähigkeiten als Friseur beurteilt hätte. Er sah ziemlich flippig und ein bisschen heruntergekommen aus. War aber alles in allem eine lustige Erfahrung. Besonders interessant war die Reaktion der Lehrerinnen am HanYuan: “Sieht richtig gut aus, wenn dein Mann eine Probleme damit hat …”

In der Schule habe ich dann mal nachgefragt, wie es denn wohl mit den chinesischen Friseure so wäre. Ob da auch die meisten schwul sind. Ist aber angeblich nicht so. Allerdings glaube ich das noch immer nicht so wirklich, vielleicht kann mir ja jemand aus der Heimat mehr dazu sagen?

Anschließend hab ich noch ca. 1 ¼ Stunde in der Bank of China zugebracht, nur um Geld zu tauschen. Hier in Shanghai ist wirklich alles super einfach zu regeln, aber Bankgeschäfte sind ein absoluter Graus. Selbst Chinesen regen sich dort auf, weil es alles zu langsam geht.

Mein Unterricht war heute hochinteressant. Wir haben eine Unterrichtsstunde über die Vorzüge und Nachteile der Männer in “Desperate Housewives” diskutiert. Das hat absolut Spaß gemacht. War echt witzig. Wir konnten gar nicht aufhören und haben auch Bree, Susan, Lynette, Gabrielle usw. durchgehechelt. Kamen unglaublich viele äußerst wichtige und brauchbare Vokabeln bei raus. Jetzt weiß ich auch, was Klatschbase und Seitensprung heißt … Anschließend sind wir fast nahtlos bei Greys Anatomy und House gelandet. Gut, dass ich so ein Fernsehjunkie bin …

Über ein Netzwerk hab ich heut erfahren, dass am Samstag ein recht großes China-Europa-Meeting in der Tongji-Daxue stattfindet. Bin eingeladen worden und werde vermutlich dort hingehen. Ca. 200 Personen aus allen möglichen Bereichen werden teilnehmen, um über Geschäfte und Zusammenarbeit zu reden. Wer weiß, was sich da alles auftut? Vielleicht nichts? Aber wenn ich nicht hingehe, weiß ich auch nicht, ob. Diese Veranstaltung ist am Nachmittag und dann gibt es noch eine zweite am Abend, die - glaube ich - etwas ungezwungener ist. Ein Stammtisch von Expats und allen, die sich in irgendeiner Form für China oder Shanghai interessieren. Da wollte ich mich auch mal blicken lassen. Deswegen musste ich leider meine Verabredung mit Shuping etwas abändern. Wir treffen uns jetzt erst am Sonntag, dafür aber sehr früh …. Ausschlafen ist irgendwie nicht in Shanghai. Den Rückflug werde ich wahrscheinlich komplett durchschlafen (wäre jedenfalls schön, was bleibt ist die Hoffnung).
26.10.07 06:17
 


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