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29.10.2007 Zhanglang ... und es gibt sie doch ...

… die Kakerlaken. Allerdings hab ich bis jetzt nur sehr selten eine gesehen. Und die, die ich sehe, scheint erstens immer dieselbe zu sein (in unserer Küche) und zweitens sucht sie immer ganz schnell das Weite, sobald sie mich sieht. So ist´s recht. Vielleicht fürchten sich Kakerlaken ja auch vor Ausländern?

Die letzten Tage brechen an und ich denk drüber nach, was ich alles falsch gemacht und verpasst habe. Vieles habe ich nicht gesehen, vieles habe ich doch gesehen, aber nicht im Foto festgehalten, manches hätte besser laufen können, ich bin mit meinen Fortschritten unzufrieden, obwohl ich sehe, dass ich welche gemacht habe, freue mich auf Good Old Germany, vermisse aber jetzt schon die Großstadt und das Chinesisch. Chinesische Gesichter beginnen für mich klarer zu werden. So wie ich in Deutschland erkenne, wer mir sympathisch ist oder nicht, so geht es mir jetzt hier auch mit den chinesischen Gesichtern. Viele erinnern mich sogar an einen bestimmten “Typ” Deutscher, ich glaube Charaktereigenschaften ablesen zu können und einige erinnern mich sogar an westliche Freunde. Es wird alles vertrauter und ich glaube, dass ich erst jetzt ein bisschen angekommen bin.

Ich sehe viel mehr Details, wie z.B. heute morgen die Kindergartenkinder, die die Straßeüberquert haben und für die ein großes rotes Band mit gelben Schriftzeichen über die Straße gespannt wurde, damit sie sie sicher überqueren können. Gehalten wurde das Band von zwei Uniformierten, die irgendeine Art von Wach- oder Sicherheitsfunktion haben, von denen der eine aber fröhlich mit jeweils einem Bengel an jeder Hand hinter allen hergelaufen ist. War schön anzusehen. Angeblich wird jetzt auch ein wenig Druck von den Kindern genommen, wenn sie in der Schule sind. Sie scheinen keine Prüfungen mehr in der Grundschule zu machen. Shuping erzählte mir auch, dass sie selbst keinen Druck auf Jing ausüben wegen guter Noten, sondern dass sie es ihr selbst überlassen, wie viel und wie hart sie lernt. Natürlich würden sie sie daran erinnern, wie wichtig es ist, in einem so großen Land mit so vielen Menschen zu den Besten zu gehören. Aber wenn sie nicht will … Wie bei uns auch? Oder doch noch ein großer Druck? Ich weiß es nicht.

Ich jedenfalls bin heute ohne Druck zu machen, noch mal zum Optiker, weil ich mit meiner Brille todunglücklich war. Fand wirklich, dass die Gläser in einer Form geschliffen waren, die hervorragend zur alten Taitai oder zum alten Opa gepasst hätte. Also hatte ich mich schweren Herzens entschlossen, den unteren Teil meiner Gläser abschleifen zu lassen, der allerdings fürs Lesen war. Da hatte ich aber nicht mit meiner kleinen Optikergehilfin gerechnet. Sie erklärte mir, dass das nun aber wirklich nicht ginge, denn dann wäre das ja rausgeschmissenes Geld. So teure Gläser und einfach was wegmachen, das ginge doch nicht. Ja, stimmt, habe ich geantwortet, aber wenn ich die Brille nicht aufsetze, ist das Geld auch rausgeworfen. Sie war die ganze Zeit freundlich, aber bestimmt, und ich war auch freundlich und auch bestimmt. Plötzlich tauchte die Chefin auf, und es war mir hochnotpeinlich, weil ich wirklich keinen in Schwierigkeiten bringen wollte, da ein Großteil ja von mir selbst verschuldet war. Das erklärte ich dann auch der Chefin, die aber sagte: “Nö, das ist weder dein noch unser Fehler, wir müssen nur ne Lösung finden.” Das hatte die kleine auch schon gesagt, nur war ich mir nicht ganz sicher, an was sie da so gedacht hatte. Folgendes wurde dann angeboten: man würde mir billige, einfache Gläser zum Weitgucken in einer schickeren Form in den bereits vorhandenen Rahmen machen und mir die teuren Gläser mitgeben, so dass ich sie jederzeit in einen anderen einbauen lassen könnte, z.B. in  einrahmenloses Gestell. Berechnen würde man mir dafür nichts. Hmmh, will ich das? Besser als gar nichts, weil man sich nach wie vor weigerte, die teuren Gläser zu misshandeln. Also gut! Als ich dann so wartend und mich langweilend in dem Brillenstand herumsaß, habe ich natürlich angefangen, mich nach rahmenlosen Brillengestellen umzusehen und hatte auch schnell eines gefunden, dass mir gefiel. Der Preis war absolut okay (dafür würde kein deutscher Optiker 1 Glas schleifen), die Gläser hatte ich schon , also wurde kurzerhand die zweite Brille angefertigt. Aber auch hier wurde trotz meines Bettelns weiterhin auf der Größe der Brillengläser bestanden. Ich bin jetzt trotzdem oder vielleicht gerade deswegen zufrieden und die anderen sind es - glaube ich - auch.

Meinen Qipao habe ich heute auch bei der Schneiderin abgeholt, festgestellt, dass er zu weit ist. Sie hat nach eigener Aussicht befürchtet, ich sei doch dicker als ausgemessen L … War aber kein Problem, sie hat ihn umgeändert, während ich bei ihr die Seifenoper gucken konnte (erstaunlicherweise habe ich richtig viel verstanden &hellip und zum Abschied hat sie mich sogar gedrückt. Ich solle auf jeden Fall wieder vorbeikommen, wenn ich wieder in Shanghai bin. War schon nett irgendwie…

30.10.07 04:19
 


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