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Die letzten Tage brechen an ...

… und ich bin jetzt schon ein bisschen traurig. Zumal ich anfange, Menschen kennen zu lernen, die mich interessieren und zu denen ich gern weiter Kontakt pflegen würde. Vielleicht auch Freundschaften schließen. Sind aber eben alles nur Anfänge und es wäre illusorisch anzunehmen, dass sich das über 9.000 km hält, auch wenn es über das Internet alles ein bisschen einfacher ist. Ich merke auch, dass ich jetzt, wo es sich dem Ende meines Aufenthaltshalts nähert, gar nicht mehr so enthusiastisch blogge. Vielleicht, weil mir dann noch klarer wird, dass es bald vorbei ist (vielleicht auch, weil ich im Moment gedanklich sehr mit meinem überfüllten Koffer beschäftigt bin &hellip.

Im Hanyuan hatte ich heute und gestern zwei wunderbare Tratsch- und Lästerstunden. Wir haben herrlich über die Anwesenden der Partie getratscht, alles natürlich fein säuberlich in Unterricht verpackt und Vokabeln notiert … Die zwei Nachmittagsstunden waren dann allerdings ein Graus: Wir haben einen Zeitungsartikel bzw. auch einen Blog-Eintrag bearbeitet, von dem ich jedes zweite Zeichen nicht lesen konnte und jedes dritte nicht verstanden habe. Nach der ersten Stunde ist das wohl auch meiner Lehrerin aufgefallen und sie hat umgeschwenkt, so dass wir bei Filmen und Legenden angelangt sind. Eine hatte unter anderem mit Pangxie-Essen zu tun. Leider wurde mir das erst nach dem Fest erzählt, weil es in jeder dieser Krabben im Bauch etwas hartes gibt, das man nicht essen kann, auf dem sich aber so etwas wie ein Gesicht befindet. Das ist ein Böser, wenn ich mich recht erinnere, der gefressen wurde. In jeder, wirklich jeder dieser Pangxie-Krabben gibt es dieses Gesicht und es hat Augen- Augenbrauen und Mund (bei der Nase bin ich mir nicht mehr sicher). Sollte ich jemals in meinem Leben wieder Pangxie essen, ich guck nach!

Ansonsten gibt es von heute nicht ganz so viel zu berichten. Ich war in der Taikanglu. Dort gibt es eine Wohnsiedlung, die aus alten H usern besteht, die wieder hergerichtet werden und wurden. In diesen Häusern sind jetzt einige Designerläden untergebracht und jede Menge Restaurants und Cafes. Es ist schön dort, weil es ruhig und hübsch ist (im Gegensatz zum übrigen Shanghai). Allerdings ist es auch irgendwie nicht wirklich chinesisch, sondern wirkt eher westlich.

Nach dem Unterricht wollte ich dann nach Hause fahren. Die Ayi der Schule hat mich gefragt, ob ich denn schon zu Abend gegessen hätte (um ca. 19.30 Uhr für Chinesen wohl eher undenkbar, dann noch nichts zu sich genommen zu haben). Als sie an meiner Antwort merkte, dass ich noch gar nicht so recht entschlossen war, essen zu gehen (zweimal volle Mahlzeit am Tag schlägt sich doch irgendwie auf der Hüfte nieder), hat sie mich kurzerhand zur nächsten kleinen Schnellküche gebracht und für mich mal was “Vernünftiges” bestellt. War irgendwie süß und ich war auch richtig zufrieden, weil es lecker war (Schweinefleisch mit Paprika, Kohlgemüse, Reis und Suppe).

Danach hab ich mich dann auf den Weg gemacht und hab mit Lina noch ein bisschen Seifenoper geguckt und mit ihr über ihre Schwangerschaft, die Untersuchungen und die Krankenversicherung gesprochen. Tatsächlich gibt es hier wohl eine Krankenversicherung, aber Schwangerschaft und Geburt deckt sie nicht ab. Lina hat mir erzählt, dass sie es ganz furchtbar findet, zu diesen Untersuchungen zu gehen, weil sowohl Ärzte als auch Krankenschwestern unglaublich unfreundlich seien. Ganz zu Anfang ist sie zu einem sehr berühmten Arzt hier in Shanghai gegangen, der besonders unfreundlich war und sich noch dazu verrechnet hatte, was den Fortschritt der Schwangerschaft betrifft und was dann dazu geführt hat, dass sie den Embryo nicht entdecken konnten und der Arzt ihr sagte, dass dann mit ihrem Kind wohl etwas nicht in Ordnung sei. Lina hat dann selbst nachgerechnet und festgestellt, dass es noch viel zu früh war, um überhaupt etwas sehen zu können (ich glaube allerdings in Deutschland wäre es schon möglich gewesen, vielleicht sind die Geräte hier nicht auf dem neuesten Stand). Abgesehen davon musste sie sich von morgens 9 bis nachmittags um 5 in diesem Krankenhaus aufhalten, weil sie ewig warten musste auf den “berühmten” Arzt und die restlichen Untersuchungen. Jetzt geht sie in ein weitaus billigeres Krankenhaus und ist nach ca. zwei Stunden fertig, aber unfreundlich sind sie immer noch alle. Das internationale Krankenhaus in Shanghai ist ein vielfaches teurer als die chinesischen.

Heute morgen bin ich zum ersten Mal so richtig schlecht aus dem Bett gekommen und war den ganzen Tag über tierisch müde. Keine Ahnung wieso. Vielleicht liegt es am Wetter. Es ist hier jetzt richtig kalt geworden (18°C ungefähr) und alle laufen schon in Stiefeln und recht warmer Bekleidung herum. Ich habe nur eine einzige lange Hose dabei und keinen Pullover, sondern nur T-Shirts. Kaufen will ich nichts mehr (Kofferproblem, siehe oben L). Jetzt gehe ich ins mummelige Bett und hoffe noch mal auf Sonnenschein morgen.

31.10.07 02:49
 


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