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31.10.2007 Gewichtsprobleme

Okay, kein Sonnenschein heute. Und irgendwie war der Tag auch ein bisschen so: trüb. Ich bin wieder sehr schwer aus dem Bett gekommen. Hab mich zur Schule geschleppt, die ersten beiden Stunden mit der Lehrerin zugebracht, die sich gestern mit mir durch einen Blogeintrag einer Journalistin gequält hat. Diesmal haben wir uns nicht ganz so sehr gequält, sondern etwas mehr über “die große Maske” morgens und über die Zeit geplaudert, die man dafür aufbringt oder verschwendet … je nach Sichtweise.

Danach gabs Mittagessen. Diesmal hab ich dran gedacht, meines von zuhause mitzunehmen und ich habe anschließend noch etwas im Dongjiadu abgeholt. Danach  bin ich spontan zur Nanjinglu gefahren, weil ich noch Geschenke besorgen wollte, bin aber kläglich gescheitert, weil ich den Laden nicht gefunden habe, den ich brauchte. Hab mich schon ein bisschen geärgert, nehm es aber jetzt als Schicksalsschlag hin. Zumindest in Anbetracht der Tatsache, dass die Sachen, die Shuping mir heute Mittag noch ins HanYuan gebracht hat (zum Mitnehmen für die Lieben in Deutschland) an die 6 Kilogramm wiegen und eindeutig über das erlaubte Gewicht hinalusgehen.

Etwas gefrustet wollte ich dann ein Taxi nach Hause nehmen, aber selbst das ist gescheitert. Vermutlich, weil es Feierabend-Verkehr war und zu viele Menschen auf diese grandiose Idee gekommen sind … Also bin ich den ganzen Weg zurückgelaufen. Zum einen, weil ich nicht wusste, welcher Bus der  passendste wäre (und auf ein Glücksspielchen wollte ich mich nicht einlassen, denn auch die Shanghaier wissen nicht immer genau über ihre Buslinien Bescheid; geht auch gar nicht, sind zu viele), zum anderen fand ich es eigentlich auch sehr schön, noch mal fast den gleichen Weg zu gehen, wie am ersten Abend und in jede Gasse, in jedes Geschäft noch mal reinzugucken (nur reingucken war angesagt, nicht reingehen!) Insgesamt war ich wohl dann ca. eine Stunde unterwegs, hab aber nach ca. ¾ Stunde Halt gemacht und quasi auf der Straße von einer wirklich kleinen (und auch schmuddeligen)  Essbude meine heißgeliebten Shuijiao gegessen (gefüllte Teigtaschen). war schön und lecker auch! Anschließend bin ich dann nach Hause und wurde halb vorwurfsvoll, aber auch lachend gefragt, wieso ich denn wohl nicht an mein Handy ginge. Lina und ihr Mann wollten mich noch zum Essen einladen. Dumm gelaufen! Da ich schon gegessen hatte, haben wir dann nur noch über meine Gewichtsprobleme (diesmal in Bezug auf den Koffer und das Handgepäck) diskutiert und beraten, während wir gemeinsam meine Lieblings-Seifenoper geguckt haben (ist meine Favoriten-Serie, weil ich da wenigstens ein bisschen was verstehe, der Titel müsste übersetzt ungefähr so lauten “Ich hau dich bis du lachst”. Stimmt natürlich nicht wirklich. Ein “echter” Titel wäre wohl eher so: “Geh trotzdem lachend durchs Leben&rdquo. Lina muss immer kräftig schlucken und hat die Serie einige Zeit nicht mehr geguckt, weil das Heulen fürs Baby nicht gut ist. Mir zuliebe hat sie tapfer durchgehalten …

Das Kofferproblem haben wir nur ansatzweise gelöst. So wie es aussieht, werde ich den größten Teil, den Shuping gebracht hat, morgen mit der Post schicken. Voraussichtlich 70-80 Euro pro Übergewicht sind mir einfach zu viel.

Morgen abend werde ich dann noch mal zum Essen eingeladen. Dann lerne ich wohl auch den Xintiandi kennen (nee, kein attraktiver Single, sondern ein chinesisches Vorzeigeviertel der alten Art, wenn ich es richtig verstanden habe.
1.11.07 02:56
 


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